Rollläden oder Raffstore im privaten Wohnbereich?

GUT ZU WISSEN 7

Rollläden oder Raffstore im privaten Wohnbereich?

Der sich in den vergangenen Jahren weiter verbreitende Einsatz von Raffstoren im privaten Wohnbereich ist diskussionswürdig und aufklärungsbedürftig, weil Endverbraucher bzw. Bauherren durch Unkenntnis hier schlichtweg die äußerst begrenzten Schutzfunktionen von Raffstoren kennen.

Dabei bietet die einfachste Frage eines Bauherrn an sich selbst, die eindeutigste Antwort:

"Welchen Schutz erwarte ich von Rollläden im privaten Wohnbereich?" 

Dies lässt jeden Bauherrn äußerst einfach die richtige Entscheidung treffen.

Bei allen meinen Vorträgen der vergangenen 30 Jahre, in Freundeskreisen

oder Meisterschulen bestätigte man mir stets dieselben 7 Schutzfunktionen:

Von einem Rollladen erwartet man Schutz vor Sicht und Sonne, vor Lärm, Kälte, Sturm, Hagel und vor Einbruch!

Das sind die 7 Schutzfunktionen, die Bauherren von Rollläden erwarten und mit entsprechendem Stabmaterial und Zubehör ausgestattet kann ein Rollladen alle diese Erwartungen erfüllen.

Raffstore können diese 7 Schutzfunktionen nie bieten, denn Raffstore wurden einzig und allein als "außenliegender sommerlicher Wärmeschutz" entwickelt, der zusätzlich eine gute Lichtleitlenkung in Büros tagsüber und ggf. nur begrenzt noch nächtlichen Sichtschutz bieten kann. Mehr nicht!

Es gibt bis heute keine seriös nachweisbaren Lärm-, Kälte-, Sturm-, Hagel- bzw. Einbruchschutzdokumentationen für Außenjalousien bzw. Raffstore.

Und somit erwarten die Hersteller von Raffstoren stets die zusätzliche Montage eines Windwächters, um berechtigt Beschädigungen beim Einsatz von Raffstoren zu verhindern und sich bei Schadensmeldungen dadurch aus der Gewährleistung halten.

Rollläden brauchen keinen Windwächter! Bereits in den 60er Jahren bestand unsere endverbraucherbezogene Beratung in der Aussage: "Ab Windstärke 6 Jalousien hochfahren,  Rollläden ab Windstärke 6 runterfahren!" Allein das spricht im privaten Wohnbereich für Rollläden und gegen Raffstore.

 

Halb oder mit Ausstellern ganz heruntergelassene Rollläden haben schon vor 170 Jahren in Süd- und Zentraleuropa beste Verschattung als sommerlicher Sonnenschutz im privaten Wohnbereich geboten.

Wann ist denn überhaupt der Einsatz eines "sommerlichen Sonnenschutzes" ratsam?

Die Antwort ist einfach:

Nur tagsüber und bei sonnigem Wetter im Sommer, um eine rauminnenseitige Aufheizung zu minimieren (die jedoch an kalten Wintertagen höchst willkommen ist) und mögliche Energiekosten einer ggf. vorhandenen Klima-Anlage zu reduzieren. Wo ist somit dieser Schutz vorzusehen?

- In Büros bzw. in kommerziellen Gebäuden, wo Menschen tagsüber arbeiten und zusätzlich durch Bildschirmtätigkeit eine Verschattung oder Lichtleitlenkung dringend benötigen.

Nur hierfür ist ein außenliegender Sonnenschutz in Form von Raffstoren äußerst empfehlenswert und ratsam.

Nachts braucht kein Büro oder Geschäftsgebäude einen außenliegenden Sonnenschutz und daher sollten diese dann auch hochgefahren werden, denn manchmal stürmt´s auch nachts.

Im privaten Wohnbereich wünscht sich jeder Bauherr Sicherheit und nächtliche Ruhe durch widerstandsfähige Rollläden, die auch bei stärkstem Sturm herabgelassen seine Fenster schützen. Lärmschutz bzw. Schallschutz kann vor Fensteröffnungen nur "Materie" bieten - also Gewicht. Hierfür ist also bei der Planung schweres Rollladen-Stabmaterial vorzusehen.

Leichte Rollladenpanzer mit 2-3 kg/qm bringen somit weniger Lärmschutz, als schwerere Panzer aus Holz oder höherwertigem Aluminium bzw. Edelstahl mit Gießharzfüllung.

Fazit: Mit 56 Erfahrungsjahren im Bereich Rollladen- und Sonnenschutz darf ich laut kundtun, dass ich tagsüber im Büro meine Außenjalousien als Sonnenschutz nicht missen möchte, jedoch jedem Bauherrn nur empfehlen kann, sich zuhause widerstandsfähige und schutzbietende Rollläden als "Allrounder" einbauen lassen sollte.